Auf dem Weg als Anwält:in

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Causa Vincenz: 80 Seiten vor der Befragung

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Am dritten Tag der Berufungsverhandlung in der Causa Vincenz leert sich der Medienraum – gleichzeitig beginnt die juristische Detailarbeit. Nach einem von Gregor Münch zitierten Medienbericht soll ein Mitbeschuldigter vor seiner Befragung eine 80-seitige persönliche Eingabe eingereicht haben.

Duri Bonin und Gregor Münch fragen, wann eine frühe schriftliche Einordnung dem Gericht Orientierung gibt und wann der Umfang selbst zur Botschaft wird. Zudem geht es um präzise Ergänzungsfragen und das Fragerecht der Mitbeschuldigten.

Causa Vincenz: Beat Stocker vor Obergericht – die Illusion vom Dialog

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Beat Stocker erinnert sich vor Obergericht an Aussagen aus der Untersuchungshaft vor Jahren. Er antwortet ruhig und ausführlich – bis er bei Nachfragen der Privatklägerschaft einzelne Antworten verweigert. Duri Bonin und Gregor Münch analysieren, was Aussagekonstanz verlangt und welche Fragen punktuelles Schweigen aufwirft.

Die Beobachtung führt über die Causa Vincenz hinaus: Eine Einvernahme mag wie ein Gespräch wirken, ist aber kein Dialog unter Gleichen. Jede Antwort wird an Akten, früheren Protokollen und den Positionen der Parteien gemessen.

Causa Vincenz: So antwortet Pierin Vincenz vor Obergericht

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.Das Obergericht befragt Pierin Vincenz detailliert zu Auslagen, deren geschäftliche Berechtigung umstritten ist, und zu laut Anklage nicht offengelegten Beteiligungen. Duri Bonin und Gregor Münch schildern ein Gericht mit beeindruckender Aktenkenntnis, präzisen Nachfragen und offen erkennbarer Skepsis.

Wie reagiert man, wenn eine Zeugenaussage der eigenen Darstellung widerspricht? Die Folge zeigt, weshalb Vincenz die Prämisse einer heiklen Frage nicht übernimmt, wann Reden neue Angriffsflächen schafft und warum die Aussageentscheidung früh getroffen werden muss.

Causa Vincenz: «Möchten Sie auch gerne etwas sagen, was wir schon gehört haben?»

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Um 9.36 Uhr sitzen Duri Bonin und Gregor Münch vor dem Obergericht Zürich. 24 Minuten später soll die I. Strafkammer bekanntgeben, wie sie mit den Vorfragen umgeht, die den gesamten ersten Verhandlungstag beansprucht haben: Verjährung, Rechtzeitigkeit eines Strafantrags, FINMA-Akten und der Nichtigkeitsantrag im Zusammenhang mit Andreas Donatsch.

Unmittelbar vor der Fortsetzung rekonstruieren die beiden die zweite Runde der Parteivorträge und wagen eine Prognose. Im Zentrum steht die praktische Schlüsselfrage: Was muss das Gericht vor den Befragungen entscheiden – und was darf es dem Endurteil vorbehalten?

Causa Vincenz: «Kein Anspruch auf Fehler der Staatsanwaltschaft»

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Nach den Vorfragen der Verteidigung antwortet die Staatsanwaltschaft: zur Rolle von Professor Andreas Donatsch, zu Strafantragsfrist und Verjährung, zum Ursprung der Untersuchung und zur Verwertbarkeit von FINMA-Akten. Der Vorsitzende greift ein und trennt Fragen des Verfahrensauftakts von Punkten für die späteren Hauptplädoyers.

Duri Bonin und Gregor Münch berichten direkt in der Pause am Obergericht Zürich. Im Zentrum steht die Frage, wie weit externe Qualitätskontrolle einer Anklage reichen darf – und weshalb die konkrete Arbeit des beigezogenen Experten für die Verfahrensfairness bedeutsam bleibt.

Causa Vincenz: Der Weg nach Lausanne beginnt bei den Vorfragen

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Eine knapp dreistündige Mittagspause klingt nach Stillstand. Im Berufungsprozess der Causa Vincenz ist sie das Gegenteil: Die Staatsanwaltschaft ordnet ihre Antwort auf die Vorfragen, während für die Verteidigung die Frage bleibt, welche bereits erhobenen Rügen nochmals ausdrücklich wiederholt wurden.

Duri Bonin und Gregor Münch berichten direkt aus der Mittagspause und erklären, weshalb Wiederholung vor Obergericht Prozessstrategie sein kann – und warum die Dauer der Unterbrechung noch nichts darüber beweist, ob die Anklage überrascht wurde.

Causa Vincenz: Ein entlastendes E-Mail im Aktenberg?

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Ein neu aufgefundenes E-Mail soll nach Darstellung der Verteidigung entlasten. Damit stellt sich in der Causa Vincenz eine grössere Frage: Wer entscheidet in riesigen digitalen Datenbeständen, welche Dokumente aktenkundig werden – und können Staatsanwaltschaft und Verteidigung mit gleichwertigen Werkzeugen suchen?

Duri Bonin und Gregor Münch diskutieren die Pflicht, Belastendes und Entlastendes gleich sorgfältig zu untersuchen, die Kontrolle der behördlichen Aktenauswahl und die Grenzen des Vorwurfs im konkreten Verfahren.

Causa Vincenz: Darf das Gericht FINMA-Angaben verwerten?

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Im FINMA-Verfahren müssen Betroffene weitreichend mitwirken; im Strafverfahren dürfen beschuldigte Personen schweigen. Was geschieht, wenn unter aufsichtsrechtlichem Druck erteilte Angaben später als Strafbeweise verwendet werden sollen?

Im Rahmen der Vorfragen greift Fatih Aslantas diese Schnittstelle auf, Cornel Borbély bezieht auch Folgebeweise ein. Duri Bonin und Gregor Münch ordnen das Bundesgerichtsurteil 7B_45/2022 ein – und erklären, was das Obergericht nun für jedes umstrittene Beweismittel prüfen muss.

Causa Vincenz: Was die Verteidigung zum Auftakt angreift

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Ein neues Bundesgerichtsurteil liegt am ersten Vormittag der Berufungsverhandlung in der Causa Vincenz auf dem Tisch – und die Seiten lesen es unterschiedlich. Duri Bonin und Gregor Münch berichten aus der ersten Pause, weshalb Lorenz Erni im Commtrain-Komplex Verjährung geltend macht und welche weiteren Vorfragen Andreas Blattmann aufwirft.

Der Bundesgerichtsentscheid betrifft ein anderes Verfahren, enthält aber Aussagen zu Herausgabepflichten, Betrug durch Unterlassen und Verjährungsbeginn. Dazu kommen die umstrittene Antragsfrist, die Verwertbarkeit bestimmter Beweismittel und eine auffällig abgestimmte Arbeitsteilung unter den Verteidigern.

Causa Vincenz: Wer prägt das Narrativ vor dem Urteil?

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Pierin Vincenz trifft in einem Kleinwagen am Obergericht Zürich ein. Kameras gehen hoch, Bilder gelangen innert Sekunden in die Liveticker. Duri Bonin und Gregor Münch beobachten, wie schnell aus einer Ankunft eine öffentliche Erzählung wird.

Dann stellen sie die heikle Frage: Wird unabhängige Kritik an der Anklage als Litigation-PR gelesen – und kann das Narrativ einer milderen Strafe zum Bumerang werden? Sicher ist nur: Eine Strafreduktion ist keineswegs vorgezeichnet, denn auch die Staatsanwaltschaft hat Berufung erhoben.

Über diesen Podcast

In diesem Podcast reflektiert Duri Bonin mit Gästen über Fragen rund um die Arbeit als Anwalt und Strafverteidiger: Was macht eine gute Anwältin aus? Wie organisiert man die Anwaltstätigkeit? Wie handhabt man den Umgang mit Klienten, Gegenanwälten, der Polizei, der Staatsanwaltschaft und den Gerichten? Was zeichnet ein gutes Plädoyer aus? Wie legt man sich eine Verteidigungsstrategie zurecht? Der spannenden Fragen sind vieler. Es ist ein Weg ins Urmenschliche, manchmal gar Allzumenschliche.

von und mit Duri Bonin

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