Auf dem Weg als Anwält:in

Auf dem Weg als Anwält:in

Transkript

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00:00:00: Überwachung statt Schweiz, ein Geschenk für Kriminelle.

00:00:04: Ein Audio-Essay von mir durch Ibonien oder anders gefragt hilft Proton den Verbrechern.

00:00:12: Nora Wachwalder Strafrechtsprofessorin an der HSG Sankt Gallen konfrontierte Protongründer NDN mit diesem Einwand.

00:00:21: Die beiden diskutierten in einer Tahrung zur Digitalisierung des Strafrechtes in Zürich.

00:00:27: Jeden erklärt er sich zur Zusammenarbeit mit der Strafverfolgen bereit.

00:00:31: Zugleich warnt er, zusätzliche Schweizer Überwachungspflichten könnten Unternehmen ins Ausland drängen und Ermittlungen dadurch erschweren.

00:00:42: Wie tragfähig ist diese Warnung?

00:00:44: Welche Daten brauchen Ermittler tatsächlich?

00:00:47: Und was bedeutet die Respeicherung für Menschen gegen die kein Verdacht besteht?

00:00:53: Ich bin – ich habe es schon eingangs gesagt durch Ibonien.

00:00:56: Aus dem englischsprachigen Gespräch ist ein Essay entstanden, den ich heute für euch lese.

00:01:02: Es ist meine Einordnung keine Übersetzung.

00:01:05: Das Intro müsst ihr dafür nicht gehört haben.

00:01:09: Mit seiner twenty-fünfundzwanzig vorgelegten Revision der Überwachungsverordnung will der Bundesrat mehr Internetdienste stärker in die Pflicht nehmen.

00:01:19: Je nach Einstufung müssen sie Nutzer identifizieren, Kommunikationsspuren sechs Monate aufbewahren und bestimmte Behördenanfragen automatisiert beantworten.

00:01:31: Neue Auskunfts- und Überwachungstypen wurden ausdrücklich auf Wunsch der Strafverfolgungsbehörden aufgenommen.

00:01:38: Das steht im erläutenden Bericht des Bundesrats.

00:01:42: Die Rechnung lautet, mehr Daten bessere Aufklärungen.

00:01:46: Jeden erinnert dann eine Möglichkeit die diese Rechnungen kippen kann.

00:01:50: das Unternehmen dass sie Daten sammeln sollen muss nicht in der Schweiz bleiben.

00:01:56: Die Schweiz ist nicht das Internet.

00:01:58: Warum soll Proto nicht tun was Swisscom längst muss?

00:02:02: Jeden hält den Vergleich für verfehlt.

00:02:04: Auf dem Schweizer Mobilfunktmarkt stehen Anbieter mit vergleichbaren Pflichten miteinander im Webbewerb.

00:02:11: Proton konkurriert dagegen Weltmeid mit Google und Microsoft, nach Jenseinschätzung treffen zusätzliche Schweizer Pflichte sein Unternehmen nicht aber diese Konkurrenten in gleicher Weise.

00:02:23: Entscheidend ist also dabei womit Proton konkursiert – Mit dem Schutz vertraulicher Daten.

00:02:30: Wer sich deshalb für den Dienst entscheidet, wird zusätzliche Datensammlungen kaum als Verbesserungen empfinden.

00:02:37: Die Schweiz würde ausgerechnet jene Firma einen Nachteil auferlegen die von hieraus eine Alternative zu den großen ausländischen Anbietern aufbauen will.

00:02:47: Ein Staat kann ein Unternehmen zur Datensamlung verpflichten das Vertrauen seiner Kunden kann er nicht verordnen.

00:02:55: Natürlich bestimmt ein Firmenschef nicht die Schweizer Richtsordnung, aber seine Reaktion auf eine Vorschrift gehört zu deren Folgen.

00:03:04: Wer nur fragt was er Proton auferlegen kann und nicht –was Proton dann tut hat die Hälfte der Rechnung vergessen.

00:03:11: Neue Server- und Rechenzentren baut Proton laut jenen bereits im Ausland.

00:03:16: Den Wegzug des Unternehmens bereitet es vor.

00:03:20: Das sind zwei verschiedene Schritte.

00:03:22: Chemie ist tatsächlich zum Wegzug, könnten Schweizerer Mittler für Auskünfte häufiger auf ausländische Behörden und internationale Rechtshilfe angewiesen sein.

00:03:32: Genau davor warnt Jens!

00:03:35: Heute bietet Proton Zusammenarbeit an – morgen müsste man sich womöglich an Stellen wenden, auf deren Unterstützung man weniger Einfluss habe.

00:03:44: Das wäre kein bloßer Verlust von Arbeitsplätzen- und Steuereinnahmen.

00:03:49: Die Schweiz hätte einen erreichbaren Anbieten aus ihrem Rechtsraum gedrängt und wäre stärker von anderen Staaten abhängig.

00:03:57: Aus einer Verschärfung der eigenen Vorschriften würde ein Verlusteigenerhandlungsmöglichkeiten.

00:04:03: Der Bundesrat hat am elften Februar, im Jahr twenty-sixundzwanzig eine Überarbeitung, eine Prüfung der wirtschaftlichen Auswirkungen und eine zweite Vernehmlassung angekündigt.

00:04:14: Doch wer heute ein Rechenzentrum plant, kann nicht beliebig lange darauf warten unter welchen Bedingungen er es morgen betreiben darf.

00:04:23: Die politische Ungewissheit gehört bereits zu den Standortbedingungen.

00:04:27: Eine Vorschrift muss noch gar nicht gelten um Investitionen zu verlagern.

00:04:33: Der Staat bestellt einen Datenvorrat.

00:04:36: Auch wenn Proton bliebe wäre die Frage nach der Grenze der Überwachung nicht erledigt.

00:04:42: Nehmen wir eine Mitarbeiterin einer Verwaltung, die ein Journalist inschreibt.

00:04:47: Beide mögen gute Gründe haben ihren Kontakt vertraulich zu halten.

00:04:52: Wer weiß dass sie miteinander kommunizieren braucht den Inhalt ihrer Nachrichten möglicherweise gar nicht um die Quelle einer Enthüllung zu vermuten.

00:05:02: Solche Angaben darüber wer wann mit wem kommuniziert heißen Metadaten.

00:05:08: Der Rausruch klingt als handelt sich um die Verpackungen.

00:05:11: Dabei kann schon die Adresse empfindlich sein.

00:05:14: Jens Grenze verläuft zwischen der Hilfe bei einer konkreten Untersuchung und einer Speicherung, die sämtliche Nutzer eines Dienstes erfasst.

00:05:24: Er lehnt ab, Kommunikationsspuren auch jener Menschen vorsorglich aufzubewahren gegen die überhaupt kein Verdacht besteht.

00:05:32: Dass später für eine Herausgabe errichtliche Voraussetzungen gelten beantwortet diesen Einwand nicht.

00:05:39: Die Datensammlung über die Verdächtigen wäre dann bereits angelegt.

00:05:44: Für die Strafverfolgen kann das nützlich sein.

00:05:46: Wird deine Abrissung erst später entdeckt lässt sich eine inzwischen gelöste Spur nicht zurückholen.

00:05:53: Diese Nutzen bestreite ich nicht.

00:05:56: Aber es ist nicht kostenlos zu haben, die Politik entscheidet damit auch welche Informationen über unbeteiligte gesammelt und für Monate verfügbar gehalten werden müssen.

00:06:07: Was nicht gespeichert wird kann bei einem Einbruch in diese Datensammlung nicht gestohlen werden.

00:06:13: Zwingt man einen Anbieter mehr aufzubewahren verändert man daher auch was ein Angreifer bei ihm erbeuten könnte.

00:06:21: Dazu kommt iens Warnung vor automatisierten Behördenzugängen.

00:06:25: Er spricht von einer Hintertür, die sich nicht ausschließlich für die guten öffnen lasse.

00:06:31: Vorgesehen sind bestimmte automatisierte Auskünfte – kein freies Mitlesen sämtlicher Nachrichten.

00:06:38: Auch ein allgemeines Verbot der Inzuentverschlüsselung enthält die Vorlage nicht.

00:06:43: Die Frage nach den zusätzlichen Angriffsmöglichkeiten bleibt trotzdem

00:06:47: bestehen.".

00:06:49: Das Gesetz bestimmt wer zugreifen darf.

00:06:52: Es verhindert nicht von selbst, dass jemand unberichtig des Zugriff verlangt.

00:06:57: Wer eine zusätzliche Datensammlung und neue Zugangswege verlangte muss deshalb auch den möglichen Schaden durch Missbrauch, Datendiebstahl und Spionage berücksichtigen.

00:07:08: Sonst wird unter dem Titel der Sicherheit ein Risiko geschaffen das bei der Begründung der Maßnahme nicht mit gezählt wird.

00:07:16: Eine Befugnis ist noch kein Ermittlungsergebnis.

00:07:20: Mark Walders Frage verdient dennoch mehr an seinen Vortrag über Privatsphäre, was tut Proton gegen die Erpresser?

00:07:28: Jens schildert wie das Unternehmen missbräuchliche Konten sperrt.

00:07:32: Wer seine Kontaktadresse ständig verliert soll den Dienst unattraktiv finden.

00:07:37: Das ist nachvollziehbar.

00:07:39: Es ist aber noch keine aufgeklärte Erpressung.

00:07:42: Vielleicht wechselt der Täter bloß den Anbieter.

00:07:45: Für die geschädigte Person ist damit wenig gewonnen.

00:07:49: Ich muss Brot und deshalb nicht für den besseren Kriminalitätsbekämpfer halten, um jenes Kritik ernst zu

00:07:56: nehmen.".

00:07:56: Überzeugender ist seine Forderung, technisches Wissen und Zusammenarbeit zu stärken.

00:08:02: Er berichtet von einer Strafjustiz, deren Kenntnisse mit der Entwicklung nicht überall Schritt gehalten hätten und von Fachleuten in den Unternehmen die helfen könnten.

00:08:13: Ob Ermittlungen an fehlenden Daten, fehlendem Personal oder fehlende Wissen scheitern ist keine akademische Freiheit.

00:08:21: Es entscheidet darüber ob die nächste Überwachungspflicht das Problem überhaupt trifft.

00:08:27: eine zusätzliche Befugnis lässt sich beschließen.

00:08:30: einen kompetenten ermittler hat man damit noch nicht.

00:08:33: Polizei und Staatsanwaltschaft sollen sagen was sie für ihre Arbeit brauchen.

00:08:38: daraus darf aber nicht schon das politische Programm werden.

00:08:42: Die Politik muss auch danach fragen, welche Datenrisiko sie schafft.

00:08:47: Welche Anbieter sie verdrängt und ob die Ermittlungsbehörden danach tatsächlich besser arbeiten können?

00:08:53: Es genügt nicht eine Vorschrift aus der Sicht jenes Amtes zu beurteilen das Sie anwenden möchte.

00:09:00: Als Strafverteidiger möchte ich diese Debatte nicht bei der beruhigenden Absichtserklärung stehen lassen, man wolle doch nur die Kriminellen treffen.

00:09:09: Mich interessiert was die Regel bewirkt wenn alle Beteiligten auf sie reagieren Unternehmen Kunden Täter und ausländische Behörden.

00:09:18: Am Ende könnte die Schweiz mehr Überwachung vorgeschrieben und weniger Aufklärungen erreicht haben Und die Staatsenwelt in der man helfen wollte wartet auf die Rechtshilfe.

00:09:29: Den Essay mit den Quellen und das vollständige Gespräch zwischen Nora Markwalder und Andy Yen findet ihr in den Shownotes.

00:09:37: Danke fürs Zuhören, um mitdenken!

00:09:41: Das war es auf dem Weg als Anwältin.

00:09:44: Ich hoffe die Folge hat dich zum Weiterdenker angeregt.

00:09:47: Verschiedene Ansätze, Erfahrungen und Perspektiven helfen uns gemeinsam besser zu werden.

00:09:53: Wenn dir die Folge gefallen hat, freue ich mich über eine Bewertung.

00:09:56: Weitere Episoden und meine Bücher findest du auf meiner Homepage unter www.duri-bonin zusammengeschrieben.ch.

00:10:04: Danke fürs Zulassen und bis bald!

Über diesen Podcast

In diesem Podcast reflektiert Duri Bonin mit Gästen über Fragen rund um die Arbeit als Anwalt und Strafverteidiger: Was macht eine gute Anwältin aus? Wie organisiert man die Anwaltstätigkeit? Wie handhabt man den Umgang mit Klienten, Gegenanwälten, der Polizei, der Staatsanwaltschaft und den Gerichten? Was zeichnet ein gutes Plädoyer aus? Wie legt man sich eine Verteidigungsstrategie zurecht? Der spannenden Fragen sind vieler. Es ist ein Weg ins Urmenschliche, manchmal gar Allzumenschliche.

von und mit Duri Bonin

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