Auf dem Weg als Anwält:in

Auf dem Weg als Anwält:in

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00:00:00: Bücher zum Podcast zur Anwalztätigkeit, zu Strophenverteidigung oder Anwalzbrüffung findest du auf meiner Homepage unter www.duriboninzehmengeschrieben.ch.

00:00:15: Zum stöbern, nachlesen und weiterdenken.

00:00:17: – jetzt zur Folge!

00:00:23: Ich habe in der letzten Folge von den Pre-Performance-Routinen geredet.

00:00:27: Der Weltmeister des kleinen Schritten ist wahrscheinlich Michael Phelps.

00:00:32: Das ist vielleicht der beste Schwimmer aller Zeiten.

00:00:35: Achtundzwanzigolümpische Medaille, drei Zwanzigoldige davon.

00:00:40: Wenn man den Menschen Michael Phelps verstehen will dann kann er nicht nur auf seine Medaillen schauen sondern muss man auf seine kleinen Schritte schauen.

00:00:50: Der Phelbs hat ADHS In der Schule ist still sein schwierig zu führen Aufmerksamhalten war noch schwieriger.

00:00:59: Sein Körper ist voller Energie Und im Schwimmbäckchen hat er die Struktur gefunden.

00:01:05: Ein Bahn, eine Uhr, ein Feedback, wie der Holigkeit Halt gegeben.

00:01:10: Aus seiner Unruhe ist Bewegung geworden – aus Bewegungs- und Rhythmusleistungen.

00:01:16: Viele Menschen glauben, dass mentale Stärke bedeutet einfach mehr Willen zu haben.

00:01:22: Aber der Phelps zeigt etwas anderes.

00:01:25: Mentale Stärken entstehen nicht durch Wille oder nicht durch Willen allein, sondern durch ein System, durch Routinen und Abläufe.

00:01:35: Durch kleine wiederholbare Handlungen.

00:01:38: Sein Coach Bob Bowman hat schon sehr früh mit ihm angefangen zu arbeiten.

00:01:43: Und nicht einfach.

00:01:44: ich will das nächste Renner gewinnen.

00:01:46: Sondern ganz kleine konkrete Ziele.

00:01:49: schriftlich, missbar, kurzfristig – allenfalls langfristig!

00:01:55: Mit täglicher Schritte.

00:01:57: Der Bowman sagt über den Phelps, er hätte mit zwölf Jahren mit formaler Goalsetting angefangen und das Verfahren zu einer eigentlichen Kunstform entwickelt.

00:02:09: Kurze Ziele sollen detailliert und objektiv sein und dann der Weg zum Ziel über konkrete tägliche Ziele plant und festgehalten werden.

00:02:20: Und das ist der Punkt!

00:02:22: Der grosse Traum wird durch dieses Handhaben In dem wir einen zu erleiden.

00:02:28: Also nicht ich will Weltmeister werden, sondern heute diese Einheit.

00:02:33: Das Becken, die Wände, die Zugzahl.

00:02:37: Der Start, die Erholung der Schlafheutnacht – das sind kleine Bausteine und nicht nur beim Phelps, sondern auch bei einer Anwalt in der tagtäglichen Arbeit.

00:02:51: Und Phelbs hatte nicht nur ein Trainingsziel sondern hat auch eine Pre-Race-Routine.

00:02:57: Also vor dem Rennen läuft nicht einfach irgendwie etwas irgendwie ab, sondern es gibt ganz konkrete Abläufe – Kopfhörer, Stretching, Bewegung, Startseite und Timings.

00:03:10: Der Phelps beschreibt in seiner Autobiografie einen festen Abfolg hinterm Startblock.

00:03:16: Nicht einfach ein Denik, sondern eine bestimmte Denik!

00:03:20: Kopfhäuser ausnehmen, Kappen anziehen Auf einer bestimmten Seite des Startblogs stehen und von dort aufsteigen.

00:03:31: Das wird voraus völlig belanglos, aber es sind genau diese kleinen Dinge, die am Körper ein Signal geben.

00:03:41: Ich kenne diesen Moment.

00:03:43: Das kommt zu Entscheidenden!

00:03:44: Diese Routine ist nicht kosmetisch, sondern Kontrolle.

00:03:48: Nicht über den Gegnern oder den Zuschauern oder über die Geschichte.

00:03:54: So eine Kontrolle für das, was man in der eigenen Macht hat.

00:03:59: Kontrollen über den Start im Fall von Michael Phelps.

00:04:04: Stärkste Bildkunde, dass er im Peking im Jahr ist.

00:04:07: Zwei Hundert Meter Schmetterling.

00:04:10: Der Phelbs springt ins Wasser und dann passiert etwas, das in einem olympischen Finale einfach nicht passieren darf.

00:04:18: Seine Schwimmbrülle fühlt sich mit Wasser.

00:04:21: Er sieht nichts mehr!

00:04:23: Er sieht keine Linie mehr, er sieht keinen Wand mehr.

00:04:25: Er sieht kein Gegner mehr!

00:04:28: Es ist das Wichtigste der Rennen auf einer grossen Bühne und er schwimmt praktisch blind.

00:04:34: Und was macht Michael Phelps?

00:04:36: Er kommt keine Panik über.

00:04:39: Er geht zu dem, was er aus dem Training weiss.

00:04:42: Er erzählt seine Zeug.

00:04:45: PhelPS hat nach dem Rennen gesagt Ich habe nichts mehr gesehen also habe ich meine Zeuge gezählt.

00:04:51: Ich habe gewusst, wie viel Zeug ungefähr ich für eine Länge brauche.

00:04:56: Und ich habe gehofft, dass ich richtig lege.

00:04:58: und wie ein richtiger Leid.

00:05:00: Er gönnt Gold in Weltrekordzeit.

00:05:04: Das ist unglaublich!

00:05:07: Nicht weil Phelps schneller schwimmt als jeder Mensch, sondern weil er einen Plan hat in dem Moment wo er nichts mehr sieht... Er musste im Chaos nicht neu denken, sondern er konnte auf Gewohnen zurückgreifen.

00:05:21: Auf sein Körperwissen und seine Wiederholungen.

00:05:24: Auf die ganz viele kleine Schritte.

00:05:27: Zug um Zug um Zuge wenden.

00:05:30: Zug zu Zug zu Anschlag Weltmeister-Weltrekord.

00:05:36: Das ist genau den Beruch zur Anwaltsberufung oder Gerichtsverhandlung.

00:05:41: Oder der Beruch zu unserer täglichen Arbeit Weil auch der kann uns in den entscheidenden Moment die Sicht wegfallen.

00:05:49: Man sieht, dass von lauter Bäumen den Wald nicht mehr.

00:05:53: Der Kopf ist leer und der Druck hoch.

00:05:56: Du wirst unhöflich unterbrochen.

00:05:58: Die Staatsanwaltschaft hat einen Punkt, wo du es so nicht gesehen hast.

00:06:02: Diese beschuldigte Person macht alles anders als man besprochen hat.

00:06:06: Wenn du merkst, dass der Puls steigt, das Stimm wird schneller, verliert sich jetzt noch den Faden.

00:06:13: Das ist genau der Moment im Wasser mit den Brüllen.

00:06:16: Und jetzt ist eben die Frage, hast du einen Plan?

00:06:20: Oder hast du Hoffnung, dass du spontan genial bist?

00:06:24: Und Felps zeigt in diesem entscheidenden Moment redet ich nicht zu grossen sondern redete ich es kleinere.

00:06:31: Der nächste Zug, der nächste Atemzug, der erste Satz, eine super Struktur.

00:06:38: Die nächste Frage... Also wenn man sieht so Die Anwaltsprüfung aber brechen.

00:06:44: Nicht denken, ich muss die Prüfung bestehen oder ich gehe durch die Prüfe.

00:06:49: Sondern... Ich lasse auf deine nächste Frage!

00:06:52: Ich schnaufe, ordne und fahre an mit dem ersten Punkt in der Gerichtsverhandlung.

00:06:58: Nicht für den Klient geht es um alles.

00:07:02: Sonder... Spüre ich meine Füsse?

00:07:05: Schnaufen?

00:07:06: Habe ich eine saubere Struktur?

00:07:08: Ich hebe mich an dir.

00:07:10: Ich tu doch nicht jetzt in der Panik irgendetwas über den Haufen rühren, die ich sauber durchdenkt habe.

00:07:16: Dann zeige ich meinen ersten Satz Das ist der Phelps für Juristinnen und Juristen Nicht Achkohl-Medaillen!

00:07:23: Nicht Mythos!

00:07:24: Nicht Hildergeschichte Sondern ein Mensch mit einem sehr schnellen, sehr unruhigen Kopf wo es ein System hat für diese kleinen Schritte Und genau das treibt.

00:07:38: Es war auf dem Weg als Anwältin.

00:07:40: Ich hoffe, die Folge hätte ich zum Weiterdenken angeregt.

00:07:44: Verschiedene Ansätze, Erfahrungen und Perspektiven helfen uns gemeinsam besser zu werden.

00:07:50: Wenn dir diese Folge gefallen hat, freue ich mich über eine Bewertung.

00:07:53: Weitere Episoden und meine Bücher findest du auf meiner Homepage unter www.duri-bonin-zuschreiben.ch.

00:08:00: Danke fürs Zulassen und bis bald!

Über diesen Podcast

In diesem Podcast reflektiert Duri Bonin mit Gästen über Fragen rund um die Arbeit als Anwalt und Strafverteidiger: Was macht eine gute Anwältin aus? Wie organisiert man die Anwaltstätigkeit? Wie handhabt man den Umgang mit Klienten, Gegenanwälten, der Polizei, der Staatsanwaltschaft und den Gerichten? Was zeichnet ein gutes Plädoyer aus? Wie legt man sich eine Verteidigungsstrategie zurecht? Der spannenden Fragen sind vieler. Es ist ein Weg ins Urmenschliche, manchmal gar Allzumenschliche.

von und mit Duri Bonin

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